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internationale Schauspielerin
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Sie ist eine internationale Schauspielerin von großartigem Format. Die 1944 in Kalifornien geborene Tochter des legendären Filmemachers und Komikers Charlie Chaplin brillierte bereits mit acht Jahren vor der Kamera. Aufgewachsenen in der Schweiz und in Beverly Hills, ließ sie sich zunächst zur Balletttänzerin ausbilden, brachte sich aber schon nach wenigen Jahren beim Film ein. Ihre erste Hauptrolle besetzte sie 1965 in „Doktor Schiwago“. Mutter Teresa in dem bewegenden Film „Im Namen der Armen Gottes“ spielte sie mit ebensolcher Hingabe wie in dem packenden Melodram „Sprich mit ihr“. Hanno Gerwin traf Geraldine Chaplin beim Radio Regenbogen Award 2004.
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Geraldine Chaplin, Sie sind ein internationaler Star. Sie arbeiten in der ganzen Welt. Wo sind Sie zuhause?
Ich bin überall eine Fremde, aber das ist nicht schlimm. Ich mag es sogar. Ich habe lange in Spanien gelebt, spreche aber immer noch ein bisschen wie eine Ausländerin. In England hält man mich auch für eine Ausländerin, dort denkt man ich sei Amerikanerin. Und in den Staaten hält man mich für eine Engländerin. In der Schweiz, wo ich auch lebe, bin ich auch eine Fremde.
Gibt es einen Ort, den Sie besonders mögen?
Ich bin glücklich wo immer ich bin. I mag es sehr, an verschiedenen Orten zu sein, neue Länder zu sehen und Leute zu treffen.
Dann ist das Glück sozusagen in ihnen selbst?
Ach, ich weiß nicht so recht. Ich bin einfach neugierig. Ich bin zwar alt, aber immer noch neugierig.
Sie haben diese unvergessliche Rolle in Doktor Schiwago gespielt. Welche Ihrer vielen Rollen mochten Sie am liebsten?
Das ist sehr schwierig. Ich müsste sagen, immer die nächste. Die schwierigste war die Rolle der Mutter Teresa, weil sie zur Zeit der Dreharbeiten noch lebte. Das war wirklich schwierig, denn jeder kannte sie. Außerdem sehe ich überhaupt nicht aus wie sie. Ich musste mich fast einer Art Gehirnwäsche unterziehen. Ich habe mir ganze Meilen von Filmstreifen angesehen und jeden Tag ihre Stimme angehört. Zuhause habe ich sogar die Spiegel zugehängt, sodass ich regelrecht von ihr belagert wurde. Ich musste ihre Gesten und ihren Akzent studieren. Es reichte nicht, sie nur zu imitieren. Das war meine anspruchvollste Rolle. Aber schwierig sind sie eigentlich alle.
Mutter Teresa war ja sozial engagiert. Sie sind an sozialen Fragen interessiert?
Oh ja, das muss man! Wenn man nicht auf einem anderen Planeten lebt, was vielleicht bequemer wäre, dann muss man sich für soziale Fragen interessieren.
Ist Ihnen Religion wichtig?
Religion wird immer wichtiger. Man muss sich nur die Welt anschauen. Alle großen Probleme haben mit Religion zu tun. Und wenn sich die Religion in die Politik einmischt, dann entsteht erst recht ein Durcheinander.
Was müsste sich Ihrer Ansicht nach ändern?
Ich weiß es nicht. Es ist so furchtbar, dass sich Menschen im Namen der Religion gegenseitig umbringen. Das ist geradezu widerlich und es macht mir Angst.
Was denken Sie über jemanden wie Jesus?
Ich weiß es nicht. Momentan würde ich mir gerne den Film „Die Passion Christi“ ansehen, auch wenn er vermutlich sehr brutal ist.
Wenn Sie über Menschen urteilen, welcher Wert ist Ihnen der Wichtigste?
Ich versuche nie über Menschen zu urteilen, ich versuche sie zu verstehen. Es ist leicht über jemanden zu urteilen, aber viel schwieriger ihn zu verstehen.
Und was gefällt Ihnen besonders, wenn Sie Menschen kennen lernen?
Ich liebe das Leben und ich liebe die Menschen. Ich weiß gar nicht, wie ich das erklären soll. Ich liebe das Leben.
Ihr Vater hatte eine Menge Humor, er schien ein glücklicher Mensch zu sein. Sind Sie das auch?
Ich weiß nicht, ob mein Vater glücklich war. Er war humorvoll, das ja, aber das wirkte oft wie eine unglückliche Satire. Er porträtierte und setzte dabei die tödliche Waffe des Humors ein. Das heißt nicht, dass er immer ein glücklicher Mensch war. Mit meiner Mutter war er sehr glücklich, und in den letzten Jahren seines Lebens war er glücklich. Aber ich weiß nicht ob „glücklich“ das richtige Wort ist, um seine kreativsten Jahre zu beschreiben. Ich für meinen Teil bin glücklich.
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| Geraldine Chaplin |
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| ... im Gespräch |
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| ... mit Hanno Gerwin. |
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Geraldine Chaplin
wurde am 31. Juli 1944 in Santa Monica, Californien geboren. Sie war das erste von acht Kindern des berühmten Filmkomikers und Regisseurs Charlie Chaplin (1889-1977). Ihre Mutter Oona O’Neill war eine Tochter des amerikanischen Dramatikers Eugene O’Neill und die vierte Ehefrau von Chaplin. Geraldine wuchs in Beverly Hills und in der Schweiz auf. Sie ging in der Nähe von Vevey/Schweiz in die Schule und wurde als Balletttänzerin von 1962 bis 1964 ausgebildet. Über Claude Briac kam sie - sie hatte 1952 in einer der letzten Produktionen ihres Vaters („Limelight“) bereits vor der Kamera gestanden - zum Film. 1964 erhielt sie einen Part in dem französischen Spielfilm „Par un beau matin d’été“ und machte ein Jahr später internationale Karriere mit ihrer setzte sich fort mit Hauptrollen für Geraldine Chaplin in den Filmen „La Madriguera“ (1969), „Ana y los lobos“ (1972), „Elisa, vida mia“ (1977) und „Los ojos vendados“. Die Zeit mit Saura war eine ihrer wichtigsten Schaffensperioden, geprägt von dem kritischen politischen Bewusstsein des Filmemachers in der ersten Hauptrolle als Tonya, der Ehefrau von „Doktor Schiwago“ (Omar Sharif). Die Zusammenarbeit mit Regisseur Carlos Saura begann 1967 mit „Peppermint Frappé“ und Franco-Ära.
1993 kam Ch. in der Rolle ihrer eigenen Großmutter in Richard Attenboroughs Filmbiographie über ihren Vater („Charlie“) in die deutschen Kinos. 1995 war sie in Jodie Fosters Kinoproduktion „Familienfest und andere Schwierigkeiten“, die Schilderung eines Thanksgiving-Festes einer Familie egozentrischer Versagertypen, als „Tante Glady“ zu sehen und kam in „Jane Eyre“, einem Film von Franco Zeffirelli auf die Leinwand. Hoch gelobt wurde ihre Darstellung der Ordensfrau Mutter Teresa in der Fernsehproduktion „Mutter Teresa: Im Namen der Armen Gottes“ (1997). Zu ihren jüngsten Produktionen gehörte die Satire „Beresina oder die letzten Tage der Schweiz“ von Daniel Schmid (1999), die im August 2000 in den Kinos kam. Im August 2002 war sei in „Sprich mit ihr“ (Spanien 2002; „hable con ella“) zu sehen.
Für ihre Rolle in „Du wirst noch an mich denken“ wurde sie mit dem Darstellerpreis Paris ausgezeichnet. Im Juli 2003 erhielt sie den Cine Merit-Award.
Geraldine Chaplin hat aus der Lebensgemeinschaft mit Regisseur Carlos Saura einen Sohn Shane (geb. 1974) und aus der Beziehung zu dem chilenischen Fotografen Patricio Castilla eine 1986 geborene Tochter Dona. |
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