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die Schauspielerin
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Der Film „Zur Sache Schätzchen“ machte sie zum „Schätzchen der Nation“. Seitdem kennt sie einfach jeder. Uschi Glas stand erstmals in der Rolle Winnetous Schwester vor der Kamera und hat seither in zahlreichen Fernseh-, Kino- und Theaterproduktionen mitgewirkt. In der Fernsehserie „Sylvia - Eine Klasse für sich“ spielte sie eine Lehrerin, die allen Anfeindungen einer berüchtigten Schulklasse trotzt. Für Uschi Glas gibt es kein unlösbares Problem, schließlich hat sie inzwischen reichlich Lebenserfahrung und ihre Grundsätze.
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Uschi Glas, Sie spielten in der Fernsehserie „Sylvia - Eine Klasse für sich“ eine Lehrerin. Was haben die Kinder von Ihnen gelernt?
Ich spielte eine Lehrerin, die Physik und Mathematik unterrichtete. Wenn man eine Lehrer-Erzieher-Geschichte dreht, ist das keine Dokumentation über den Schulunterricht. Dieser wird nur gestreift. Mein Vorhaben ist vielmehr, der Jugend etwas vorzuleben, ihr Perspektiven zu geben und sie vor allen Dingen ernst zu nehmen. Ich finde es ganz wichtig, die Jugendlichen als Partner zu nehmen und nicht von oben herab zu behandeln.
Was sollten die Kinder unserer Gesellschaft heute unbedingt lernen?
Nicht mehr und nichts anderes als das, was wir lernen sollten. Es liegt an den Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen beizubringen, ein Selbstwertgefühl zu entwickeln, sich selbst zu achten und somit auch Respekt für den Partner zu haben, für Vater und Mutter, für die Geschwister, für den Lehrer und für den Freund. Diese Werte sind viel wichtiger als Einsen zu schreiben.
Sie haben selbst auch schulpflichtige Kinder. Sind Sie zufrieden mit dem, was sie in der Schule im Hinblick auf die soziale Komponente lernen?
Wir sollten über unser Schulsystem schwer nachdenken. Unsere Klassen sind viel zu groß und man geht viel zu wenig auf die Begabung des Einzelnen ein. Es kann passieren, dass ein Kind wegen einem Fach durchfällt. Dann gibt es Stress in der Familie, was nicht sein müsste. Wir haben ein sehr eingefahrenes System, das keine Rücksicht auf die einzelnen Begabungen nimmt.
Der einzelne Mensch sollet also in seiner Gesamtheit stärker berücksichtigt werden?
Ja. Wir brauchen mehr Lehrer und kleinere Klassen, damit man die Begabungen der Schüler besser erkennt. In dem gesamten Schulapparat sollte darauf in kleinen Gruppen eingegangen werden.
Können Sie sich Respekt und Autorität verschaffen?
Ich werde respektiert weil ich andere Menschen auch respektiere. Man ist auf verlorenem Posten, wenn man für sich Respekt und Autorität beansprucht, weil man sich für jemand besonderen hält.
Ein Lehrer hat eine große Vorbildsfunktion. Haben Sie als Kind auch Vorbilder gehabt?
Es gab welche, die ich ganz toll fand und von denen ich mir auch einiges abgeschaut habe. Zum Beispiel streng aber gerecht zu sein.
In Schulen werden auch üble Späße getrieben, zum Beispiel wird manchmal Gewalt ausgeübt.
Die große Masse der Jugendlichen und Kinder ist schwer in Ordnung. Natürlich gibt es immer ein paar Außenseiter oder Gewalttäter. Aber die hat es auch zu unserer Schulzeit gegeben.
Was haben Ihre Eltern Ihnen Gutes mitgegeben? Was verdanken Sie denen?
Meine Mutter hat mir in erster Linie mitgegeben, aus allem das Beste zu machen. Sie war eine sehr mutige und energiegeladene Frau, die nie nachgab. Obwohl wir wirklich arm waren, hat sie immer ein Essen gezaubert, was damals für uns sehr wichtig war. Sie hatte ihren Garten und schöpfte alles daraus. Sie hat immer im besten Sinne gekämpft. Ich selbst gebe auch nicht auf.
Ist es für Sie ein Ideal, sich nicht klein kriegen zu lassen?
Ja. Du musst jeden Tag, den du geschenkt bekommst, leben und anpacken. Passiv zu werden oder sich dem Selbstmitleid hinzugeben, nützt überhaupt nichts. Es ist sehr wichtig, etwas herauszufordern. Ich halte nichts davon zu warten, bis vielleicht irgendwann das Glück kommt.
Kann man was für sein Glück tun?
Ich habe sicher in meinem Leben sehr viel Glück gehabt, aber ich glaube nicht, dass man dazu gar nichts beitragen braucht. Man muss sich klar machen, was man alles hat. Man muss den Tag in der Früh anpacken und sich selbst motivieren. Das ist zwar nicht Glück in dem Sinn, aber man kann sehr viel dafür tun.
Die Leute vergeuden wahnsinnig viel Zeit, indem sie rumjammern, ohne sich bewusst gemacht zu haben, worüber sie eigentlich jammern, was sie stört, um es abzustellen. Ich habe vor vielen Jahren aufgehört zu rauchen,
Welchen Wert schätzen Sie besonders an anderen?
Zuverlässigkeit.
Und was bringt Sie auf die Palme?
Wenn Leute rumlügen. Da bin ich auch ziemlich kompromisslos.
Auch nachtragend?
Ich bin gutmütig, weiß selbstverständlich auch zu verzeihen und habe ein großes Herz. Aber wenn ich gelinkt werde, fällt mir das auch noch nach 20 Jahren ein.
Wovor haben Sie Angst?
Eigentlich vor nichts. Ich habe über Angst sehr viel nachgedacht. Angst ist verlorene Zeit. Angst ist die negativ besetzte Gegenwart und ich habe keine Lust meine Gegenwart, in der ich lebe, zu vergeuden.
Das ist eine sehr positive Einstellung. Hatten Sie die schon immer?
Ich habe mir sehr vieles angelesen. Ich war immer schon ein großer Zweifler, als ich jung war. Ich habe mich stets danach gefragt: Was ist denn eigentlich Leben? Ich bin durch dick und dünn gegangen und hatte auch Depressionen. Es war nicht einfach. Aber ich habe daraus gelernt, dass der Tag, das Jetzt das Einzige ist, das ich beeinflussen kann. In Angst zu leben, zum Beispiel vor einer eventuellen Krankheit, ist unsinnig. Ich glaube, dass man durch diese Angst das Negative auch anziehen kann. Ich muss das Leben, das ich habe, anpacken und versuchen es irgendwie hinzukriegen.
Wie ist Ihre Einstellung zur Religion?
Ich bin gläubig. Ich glaube auch an ein Leben danach und nicht daran, dass die Energie, die Seele verloren geht. Das Leben hier auf der Erde ist eine Art Durchlaufstation, eine Art Prüfung, um an dem Plätzchen, an das man hingestellt worden ist, das Beste draus zu machen. Ich versuche in diesem Sinne Rechenschaft abzulegen, indem ich bete und den Tag im Innern passieren lasse. Ich schaue, was in Ordnung war oder was ich hätte besser machen können. Ich bedanke mich natürlich auch, zum Beispiel dafür, dass es mir gut geht und denke dabei an viele andere Menschen, denen es nicht so gut geht. Mein Leben ist von dem Glauben an ein Leben davor und danach durchflutet.
Wie stellen Sie sich ein Leben nach dem Tod vor?
In allen Religionen hat der Mensch unzulänglich versucht zu erklären, was das Jenseits sein soll, ob man als gasförmiger Körper rumflitzt oder als geflügelter Engel. Das ist alles ganz egal. Ich glaube aber, dass man nicht verloren ist. Ich spüre oft liebe Menschen, die verstorben sind, in meiner Nähe. Andere lachen darüber. Ich nicht, weil ich diese Menschen wirklich spüre und sie in meiner Nähe habe und das Gefühl habe, einen Ratschlag von ihnen zu bekommen Aber wie mir ein Leben nach dem Tod vorstellen kann, das weiß ich nicht.
Welche Rolle spielt ein Buch wie die Bibel oder eine Person wie Jesus für Ihren Glauben?
Jesus, ist sehr wichtig für mich, weil er die Idee von der Nächstenliebe verkündete. Wenn wir im Christentum so leben würden, wie er es gemeint hatte, dann wäre das sehr gut. Das alte Testament ist für mich allerdings ein bisschen schwierig nachzuvollziehen. Ich habe das bemerkt, als ich angefangen habe, den Kindern die Bibel vorzulesen. Wenn nun der liebe Gott von mir verlangte – angeblich um meine Gläubigkeit zu testen - ich solle meine Sohn umbringen, so könnte ich das nicht nachvollziehen. Denn das ist kein grausamer Gott, an den ich glaube. Das konnte ich meinen Kindern nicht vorlesen, also habe ich ihnen ganz andere Geschichten erzählt.
Sie wollen, dass Ihre Kinder also den guten Gott erfahren, auch durch Sie, als die Mutter?
Ja. Wir wurden noch sehr mit Angst erzogen. Bei uns gab es noch so Geschichten, daß die Mutter Gottes Maria im Himmel weinen würde, wenn ein Mädchen pfeift. Ich wuchs zwar evangelisch auf und somit gingen mich diese Geschichten nicht allzu viel an, aber ich habe doch Respekt gehabt. Ich finde, Angst ist ein schlechter Berater und ich möchte meinen Kindern keine Angst machen. Wenn ich von meinen Kindern irgendwas „verlange“ dann sollen sie verstehen warum. Vielleicht muss ich darum manche Sachen zehnmal sagen, das kann schon sein. Das ist mir aber lieber als Drohungen auszusprechen. Ich wurde sehr streng erzogen. Trotzdem habe mir schon damals den lieben Gott anders vorgestellt. Wenn mir gedroht wurde, so glaubte ich nicht, dass ich in die Hölle käme sondern sagte mir: Das glaube ich nicht, das läuft anders.
Ich war ein großer Rebell in meinem Inneren, weil ich das so nicht ausdrücken durfte. Ich habe dann sehr oft trotzig das Gegenteil gedacht: Erzähle du nur! Die Gedanken sind frei!
Wenn Sie einmal einen einzigen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?
Ich wünsche mir, eine Weltreise zu machen, aber die mache ich bestimmt irgendwann. Ich bin der Meinung, dass man sehr viele Dinge selbst in die Hand nehmen kann. Ich glaube, dass man Demut üben sollte und nicht immer noch mehr und noch mehr haben möchte.
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